4-teiliges Logo für das Beethovenjahr 2020 in der Kunststadt Mülheim steht fest

FREUDE SCHÖNER GÖTTERFUNKEN

Der Mülheimer „Kunstverein und Kunstförderverein Rhein-Ruhr – KKRR“ hat auf seiner Mitgliederversammlung vom 23. Oktober 2019 das Logo für das Gesamtjahresthema 2020 #BTHVN2020MLHM verabschiedet. Dies soll Inspirationsquelle für Kunstschaffende aus allen Sparten sein – Mitmachen ist erwünscht.

Hier die vollständige Logo-Reihe

Der Designer Klaus Wiesel, Mitglied des Mülheimer Künstlerbundes , hat ein 4-teiliges Logo entwickelt für die im Jahresverlauf 2020 in der RUHR GALLERY MÜLHEIM stattfindenden zahlreichen Events.

Als Torbanner wurde das Motiv „FREUDE“ gewählt (hier die Simulation)

Für das Jahresprogramm 2020 nimmt der KKRR, der seine Geschäftsstelle in der Stadtmitte von Mülheim in der denkmalgeschützten Villa Schmitz-Scholl unterhält, noch Bewerbungen und Vorschläge entgegen.

Email: info@Kunststadt-MH.de oder unter FON 0208 46949-567.

Hashtags: #MLHMRHR #RUHRGALLERY #GALERIERUHR #KuMuMü #MHRuhr

Bestes Klima für Kunst und Kultur: die Kunststadt Mülheim im Ruhrtal

6. Mülheimer Kunsttage 2019 u. a. mit Aktion OFFENE ATELIERS 2019 – KUNSTSTADT-MH

31. Oktober 2019 ab 19 Uhr Lions-Kunstsackaktion / 2. und 3. November 2019 OFFENE ATELIERS 14-18 Uhr

Manche sprechen von einem Generationswechsel in der Mülheimer Kunstszene – eine Stadt auf dem Weg zur etablierten Kunststadt im grünen Ruhrtal.

Elemente der Wappens der Kunststadt Mülheim an der Ruhr (open source)

International anerkannte Künstler aus allen Bereichen – wie Theater, Musik, bildende Kunst oder Fotografie haben sich in der Kunststadt Mülheim an der Ruhr niedergelassen, wohnen und oder arbeiten dort. Sie machen die Ruhrgebietsstadt zu einem Mekka der Kunst. Man muss nur genau hinschauen, dann entdeckt man die ansteckende Vielfalt.

Eigeninitiative spielt in der Kunststadt Mülheim eine große Rolle – das Leitbild „Kultur“ der Stadt bildet die Grundlage und wird ständig verfeinert.

Auszug aus dem Leitbild der Stadt Mülheim (Stand 2013)

Das von der gesamten Bürgerschaft der Stadt formulierte Leitbild war der Startschuss, auch den kulturellen Bereich trotz knapper Finanzmittel weiterzuentwickeln.

Die jährlichen „Mülheimer Kunsttage“ finden seit 2012 regelmäßig statt

Mehrmals im Jahr öffnen viele Mülheimer Kunstschaffende ihre Ateliers für die breite Öffentlichkeit. Es haben sich mittlerweile viele Kunstvereine und Künstlergemeinschaften gebildet, die die bunte Vielfalt in einer Kunststadt ausmachen. Viele Künstlerinnen und Künstler nutzen die Gelegenheit ihre Arbeiten in den verschiedenen Ausstellungsorten im Stadtgebiet wirkungsvoll zu präsentieren. Eine Veranstaltungs-APP zeigt mit einem Klick alle aktuellen Kunstveranstaltungen (https://kunststadt-mh.de/app/index.html).

OFFENE ATELIERS 2019 – KUNSTSTADT-MH

Das Kunstangebot „Offene Ateliers 2019“ wurde initiiert vom 2012 gegründeten „Kunstverein und Kunstförderverein Rhein-Ruhr KKRR“, der seinen Sitz in Mülheim an der Ruhr, Ruhrstr. 3 hat (Tel. 0208-46949567, E-Mail info@kunststadt-mh.de). Viele Künstler*innen sind dem Aufruf gefolgt und gestalten gemeinsam die Mülheimer Kunsttage 2019. Die Mülheimer Kunstszene hat sich mittlerweile mit neuen bildenden Künstler*innen deutlich erweitert – zahlreiche aktive Künstlergruppen bereichern das kulturelle Leben der Kunststadt Mülheim. Nutzen Sie die Gelegenheit, den Kunstschaffenden in ihren Ateliers über die Schulter zu schauen, gute Gespräche zu führen und vielleicht das ein oder andere Kunstwerk dort direkt zu erwerben.

Am ersten Novemberwochenende 2019 haben die Kunstfreunde wieder die Gelegenheit, Mülheimer Kreativen über die Schulter zu schauen. Teilnehmen werden verschiedene freie Galerien und Atelierhäuser, Gruppen und Einzelkünstler*innen – zum Teil an ihrem Wohnsitz –, die über die ganze Stadt verteilt besucht werden können. Es wird ein umfassender Einblick in das künstlerische Schaffen vieler Mülheimer Künstler ermöglicht, die ihre aktuellen Werkreihen vorstellen.

Künstlergespräche, Führungen und Workshops

In der Kunststadt MH die Kunst am Entstehungsort erleben, und vielleicht das ein oder andere Kunstwerk direkt vom Künstler vor Ort erwerben.

Weitere Information erhalten Sie über die jeweiligen Internetseiten der beteiligten Kunstschaffenden oder nehmen.

Alles über die Mülheimer Kunsttage 2019 hier: https://ahrr.jimdo.com/take-part/

Design/Fotos: Klaus Wiesel , Mülheimer Künstlerbund MKB

Dieser Artikel kann mit Quellenangabe übernommen werden (siehe Impressum).

ARTNEWSRUHR: Sonderveranstaltung zum Tag der Querdenker*Innen 2019 in Mülheim

Sonderveranstaltung zum Tag der Querdenker*Innen 2019

17. November 2019 ist Tag der Querdenker*Innen

Zu diesem Anlass findet in der Stadt Mülheim an der Ruhr im Rahmen des Leonardo-Jahres 2019 ein weiteres Künstlergespräch mit Reinhard Fingerhut statt.  Alle Querdenkerinnen und Querdenker der Stadt Mülheim an der Ruhr sind herzlich eingeladen. Parken und Eintritt sind frei.

Der Künstler Reinhard Fingerhut stellt in der Kunststadt Mülheim vom 10. November bis 8. Dezember 2019 unter dem Titel „SECOND LIFE – LEONARDO DA VINCI für QUERDENKER“ aus

Ein großes Vorbild aller Querdenker*Innen ist nach wie vor das Universalgenie Leonardo da Vinci, der durch seine Neugierde unermüdlich seinen Horizont erweiterte und damit Verbindungen zwischen vielen Lebensbereichen fand, die ihn zu neuen Lösungsansätzen führten.

Der 2012 gegründete Mülheimer Kunstverein und Kunstförderverein Rhein-Ruhr – KKRR hat in diesem Jahr 2019 bereits zahlreiche erfolgreiche Ausstellungen als Hommage an Leonardo da Vinci angeboten.

ENDSPURT IM LEONARDO-JAHR IN DER KUNSTSTADT MÜLHEIM – Kunstprogramm November / Dezember 2019 – SAVE THE DATE!

Im November 2019 kommt die große Schau  „Reinhard Fingerhut „SECOND LIFE – LEONARDO DA VINCI für QUERDENKER“  nach Mülheim in die RUHR GALLERY MÜLHEIM (10. November bis 8. Dezember 2019) .

O.T. Reinhard Fingerhut


Im direkten Anschluss wird dort in der Beletage die Fotoschau „daVinci 7.0 – metamorphosis“ mit Arbeiten von Claudia Kruszka, Michael Arndt, Jürgen Brinkmann, Jörg Dornemann, Bernd Pirschtat, Wolfgang Rücker und Martin Kruska gezeigt (8. Dezember 2019 bis 11. Januar 2020).

Ankündigungsplakat für die Abschluss-Ausstellung im Leonardo-Jahr 2019 in der Stadt Mülheim / Ruhr

Die Künstler Klaus Wiesel und Franz Püll zeigen dann bis zum 11. Januar 2019 im Ausstellungsbereich im Erdgeschoss ihre Arbeiten zum Ausklang des Leonardo da Vinci – Jahres 2019.

Alle Ausstellungen werden gefördert durch den im Jahr 2012 gegründeten Mülheimer Kunstverein und Kunstförderverein Rhein Ruhr – KKRR, der seine Geschäftsstelle in der Villa Schmitz-Scholl (Tengelmann-Gründerfamilie) in der Ruhrstraße 3 / Ecke Delle – Ruhranlage unterhält.

PARKEN UND EINTRITT FREI – GÄSTE WILLKOMMEN !

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist kostenlos, es werden keine Spenden akquiriert und keine Mitgliedsbeiträge erhoben. Die Finanzierung der kulturellen Aktivitäten erfolgt ausschließlich durch die Mitglieder und Freunde der Mülheimer Künstlergruppe „Mülheimer Künstlerbund MKB“.

Alle ausstellenden Künstlerinnen und Künstler verkaufen ihre Arbeiten im eigenen Namen und auf eigene Rechnung.

#MHRuhr #GalerieRuhr #RuhrGallery #KuMuMü

Eine sehr persönliche Kunstausstellung in Mülheim a.d.Ruhr

Schau „DANIEL TRAUB – persönlich“ in der RUHR GALLERY MÜLHEIM startet am 6. Oktober 2019 um 16:00 Uhr in der Villa Schmitz-Scholl in der Ruhrstraße 3 in der Kunststadt Mülheim

Daniel Traub – aus der Werkreihe „Ukraine“ in der RUHR GALLERY MÜLHEIM

Der Titel der Ausstellung beschreibt verschiedene Ebenen: zum einen werden die Besucher dem Menschen Daniel Traub (1909-1995) nie wieder so nahekommen, ihn „persönlich“ kennenlernen zum anderen können Sie einen einmaligen Kunstschaffenden mit einer überwältigenden Vielfalt erleben.

Vielleicht wird es ja für einige Zeit die letzte große Ausstellung zu seinem Andenken sein, die drei seiner Kinder und verschiedene Kulturschaffende in der Stadt Mülheim an der Ruhr organisiert haben. So werden neben den großartigen Werken (teilweise als Leihgabe vom Kunstmuseum Mülheim bereitgestellt) erstmals auch ganz persönliche Dinge aus Privatbesitz gezeigt. Ein wahrer Schatz, den der umtriebige Künstler hinterlassen hat.

Daniel Traub, der zeichnende Chronist der Stadt Mülheim an der Ruhr, wäre am 25. Oktober 2019 hundertzehn Jahre alt geworden. Er war ein Familienmensch. Ein großer Teil seiner Lebenssorge galt seiner Frau Anneliese und der Ernährung und Erziehung seiner neun Kinder. Zugleich aber waren ihm Frau und Kinder ein sicherer Halt in schweren Zeiten, sie waren ihm Quellen der Inspiration und erste Modelle seiner Portraitkunst. Vierzig Bände Tagebücher geben lebendige Einblicke in sein spannendes Leben.

Lassen Sie sich von einer einmaligen Ausstellung in der Stadt Mülheim begeistern – der Eintritt ist frei – Freunde und Gäste sind willkommen. Es besteht die Möglichkeit einige Unikate direkt von der Familie des Künstlers zu erwerben.

VERNISSAGE – Sonntag, 6. Oktober 2019 um 16:00 Uhr

Ausstellung bis 31. Oktober 2019 – Zeiten siehe Aushang oder Pressemitteilungen.



Mülheim überzeugt als Kunststadt an der Ruhr

SIEVERDING-AUSSTELLUNG „TRANSFIGURES“ WIRD AM 15. SEPTEMBER 2019 UM 16 UHR ERÖFFNET – RUHR GALLERY MÜLHEIM – RUHRSTRASSE 3

Martin Sieverding in seinem Atelier in der Villa Schmitz-Scholl in der Ruhrstraße 3 in Mülheim

Martin Sieverding – TRANSFIGURES – in der RUHR GALLERY
Malerei, Objekte, Fotografie vom 15. – 30. September.

Die Vernissage ist am Sonntag, den 15. September 2019, 16:00 bis 20:00 Uhr. Eintritt und Parken sind wie immer frei. Das Grußwort spricht Gerd Bracht.


Die Ausstellung kann vom 16.9. bis 30.9.2019 in der Villa Schmitz-Scholl, Ruhrstraße 3, besucht werden. Zeiten: Dienstag bis Freitag 10.30 bis 12.30 Uhr, Samstag und Sonntag 12.00 bis 17.00 Uhr und gern nach Vereinbarung unter Telefon 0157 36 29 54 89 oder 0208 43 96 50 80.

Blick in die Ausstellung „TRANSFIGURES“ in der RUHR GALLERY MÜLHEIM


„TRANSFIGURES“ – Gegenüberstellung verschiedener Sparten der künstlerischen Arbeit von Martin Sieverding

In der Ausstellung „TRANSFIGURES“ werden verschiedene Sparten der künstlerischen Arbeit Sieverdings gegenübergestellt. In der zweiten Einzelausstellung in der Ruhr Gallery sind neben der Farbschichtmalerei auch Objekte, Arbeiten auf Papier und Fotografie zu sehen.

In allen Bereichen ist zu erkennen, was Sieverding interessiert: es geht um Vielschichtigkeit, Transparenz und Vergänglichkeit, aber auch um Rhythmus oder (Farb)klang. So befruchten sich die verschiedenen Bereiche seiner Arbeit. Das Leonardo da Vinci-Jahr 2019 in der Stadt Mülheim an der Ruhr hat den Künstler ebenfalls inspiriert.

Großformatige Malerei und Objekte von Martin Sieverding in der Ausstellung „TRANSFIGURES“

In der Anfangsphase oft frei experimentierend, verwirft er verschiedene Ansätze wieder, während er andere vertieft. Grenzen sind dabei fließend. So löst sich die klassische Leinwand auf in ein amorphes Gebilde aus Zweigen, Gewebe und Papier, während ein kubischer Holzwürfel, konsequent zerstört und neu aufgebaut, fast wirkt wie dekonstruktivistische Architektur.

Immer wieder tauchen bildnerische Ideen aus der Malerei in den Objekten und umgekehrt auf. Flächige und räumliche Arbeiten sollen in einen Dialog miteinander treten und unterschiedliche bildnerische Ideen reflektieren.

DICKES PAPIER

Erstmals zeigt Sieverding in einer Ausstellung seine Papierarbeiten, die, oft zentimeterdick, einen stark reliefierten Charakter haben. Sie wirken teilweise wie fossile Ausgrabungsstücke, und werden entsprechend präsentiert.

Als Spiegel innerer Prozesse und vielfältiger äußerer Erscheinungen sind alle Arbeiten in ihrer Lesbarkeit offen. Sie sind in einem fortlaufenden Prozess aus Aufbau und Zerstörung geschaffen.

Oft durch Gegensätze gekennzeichnet wie z.B. monochrom und bunt, massiv und zart usw., reflektieren sie auch Gedanken des Upcyclings und der poetischen Umnutzung wie z.B. von Ästen oder Damenstrumpfhosen.

Ankündigung auf der Seite der Stadt Mülheim an der Ruhr

Vita

Martin Sieverding wurde am 13.11.1961 in Oberhausen geboren. Aufgewachsen ist er in Duisburg. Er ist Autodidakt. Nach dem Abbruch eines Architekturstudiums verschiedene Tätigkeiten, vor allem als Koch. Nach mehreren langen Aufenthalten in Buenos Aires Beginn seiner Unterrichtstätigkeit als Tango Argentino-Lehrer – erst einige Jahre in Köln, dann bis heute an diversen Orten im Ruhrgebiet. Parallel intensive künstlerische Auseinandersetzung vor allem im Bereich Malerei. Vor ca. 10 Jahren Zuwendung zu rein gegenstandsloser Darstellungsweise. In letzter Zeit auch vermehrt Arbeit an Objekten. Sieverding hat als Mitglied des Mülheimer Künstlerbundes arbeitet seit Juli 2017 in seinem Atelier im Loft der Denkmalvilla Schmitz-Scholl in der Ruhrstraße 3 in der Innenstadt der Kunststadt Mülheim an der Ruhr.

Ein Besuch lohnt immer im privatem Museum KuMuMü in der Stadtmitte Mülheim a.d.Ruhr

WOLFGANG VOGELSANG MIT ÜBERZEUGENDER AUSSTELLUNG

Besuchermagnet in der ersten Septemberhälfte des Leonardo-Jahres 2019 in der Stadt Mülheim an der Ruhr war die große SCHAU MALEREI WOLFGANG VOGELSANG in der Ruhr Gallery Mülheim.

Wolfgang Vogelsang (li.) mit der Kunsthistorikerin Dr. Beate Reese und Manfred Dahmen (Foto: Jürgen Brinkmann)

Über 50 Arbeiten zeigte der umtriebige Mülheimer Künstler Wolfgang Vogelsang, der in der Laudatio von Dr. Tobias Kaufhold für seine Vielfalt und Qualität gelobt wurde. Der Mülheimer Kunstverein und Kunstförderverein ermöglichte die spannende Schau in der Villa Schmitz-Scholl – Kurator war Klaus Wiesel vom Mülheimer Künstlerbund, der es schaffte, die verschiedenen Schaffensphasen von Wolfgang Vogelsang wirkungsvoll in Szene zu setzen.

Dr. Tobias Kaufhold bei der Einführung in die Ausstellung am 3. September 2019 (Foto: Jürgen Brinkmann)

Ausstellung mit Arbeiten aus allen Schaffensperioden

Der Mülheimer Maler Wolfgang Vogelsang lebt und arbeitet in Mülheim Saarn. Das Mitglied der Arbeitsgemeinschaften Mülheimer und Oberhausener Künstler hat sich als junger Mann von Künstlern der niederländischen Haager Schule inspirieren lassen und an ihren Ölbildern sein Handwerk von der Pike auf gelernt. Ihm sind für seine Kunst zwei verschiedene Richtungen wichtig:

Das ist zum einen die Aquarellmalerei, zum anderen die konstruktivistisch-informelle Öl- und Acrylmalerei.

Arbeit von Wolfgang Vogelsang in der Galerie an der Ruhr / Besucher (Foto: Jürgen Brinkmann)

Die Werke beider Techniken drängen sich dem Betrachter nicht auf. Sie sind häufig in Erdfarben gemalt. Komplementärfarben setzt der bekannte Künstler nur sparsam ein – seine Kunst soll den Betrachter nicht durch kräftige Farben, sondern eher durch Harmonie in Farbe und Form überzeugen. Die realistischen oder halbabstrakten Aquarelle mit Landschafts- und Blumenmotiven sind von einer Ausgewogenheit, die zuweilen an asiatische Kalligraphie erinnert. Die oft großformatigen konstruktivistischen oder informellen Acryl- oder Ölbilder sind ebenfalls reduziert in der Darstellung, wenn auch auf eine graphisch-geometrische Weise.

Besucher diskutieren in der Ruhr Galley Mülheim (Foto: Jürgen Brinkmann)

Die beiden Malweisen sprechen den Betrachter auf emotionale und rationale Weise an, sind stimmig und zusammengehörig, besonders wenn der zurückhaltende Künstler seine Werke vorstellt. Ein wunderbares Beispiel seiner Kunst sind die Aquarelle seines „Norwegischen Zyklus“, die in der Edition des Mülheimer Kunstmuseums „Wolfgang Vogelsang Aquarelle“ 1993 veröffentlicht wurden. Das Zur-Schau-Stellen ist allerdings nur begrenzt die Sache des Malers. Der anerkannte Künstler freut sich, seine Werke in einem persönlichen Gespräch vorstellen zu können und zu sehen, wenn seine kleinen und mittelgroßen Zeichnungen oder großformatigen Acryl- und Ölarbeiten ankommen.

Laura Rodrigues (li.) im Gespräch mit Kurator Klaus Wiesel in der Ruhrgalerie Mülheim (Foto: Jürgen Brinkmann)

„Manchmal wird man ja auch belächelt, wenn man Blumen malt“, gibt er lächelnd zu und findet, dass genau das bei vielen bekannten Malern besonders hoch geschätzt wird und ihrem Publikum viel Freude bereitet.

Villa Schmitz-Scholl: Überraschung im Treppenhaus

Mit dabei bei Denkmaltag 2019 in der grünen Kulturstadt Mülheim an der Ruhr

Die denkmalgeschützte Villa der Tengelmann-Gründerfamilie Schmitz-Scholl in der Stadt Mülheim an der Ruhranlage bietet manche Überraschung. Auf dem Weg in das dortige KuMuMü Kulturmuseum Mülheim an der Ruhrstraße 3 kommt man derzeit an Plakaten des Künstlers Klaus Wiesel vorbei, die dieser für das LEONARDO DA VINCI – JAHR 2019 IN DER STADT MÜLHEIM entworfen hat.

„DER LEONARDO-HYPE“ ist 2019 Ganzjahresthema in der Kulturstadt Mülheim an der Ruhr mit 15 Kunstausstellungen in der Kunststadt an der Ruhr.

Plakate des Künstlers Klaus Wiesel in der Villa Schmitz-Scholl
Artikel über den Tag des offenen Denkmals 2019 in der Kulturstadt Mülheim (Auszug)

KulturMuseum Mülheim zeigt aktuell eine Auswahl zeitgenössischer Kunst in der Ruhrstraße 3

KulturMuseum lheim (kurz KuMuMü) zeigt aktuell eine Auswahl zeitgenössischer Kunst in der Ruhrstraße 3

Umhängepause in der Ruhr Gallery Mülheim bis 17. August 2019 – das KuMuMü ist aber geöffnet und zeigt neben Werken aus der ZERO -Sammlung von Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker auch Arbeiten von Anton Stankowski, Fernand Luickx und Edith Polland-Dülfer. Führungen nach Vereinbarung unter 0208 46949-567 – Eintritt und Parken frei.

Ausstellungsplanung am Modell

Planung am Modell 1:10 (Foto Mülheimer Kunstverein KKRR)

Ein 1:10 Modell der Beletage der Villa Schmitz-Scholl diente der Mülheimer Malerin Dörthe Speetzen zur Vorbereitung ihrer Ausstellung „DEN KARREN AN EINEN STERN BINDEN“ die am Sonntag, 18. August 2019 um 16 Uhr in der Stadt Mülheim eröffnet wird und dann bis zum 31. August 2019 läuft.

Kein Leerlauf in der Kunstvilla Schmitz-Scholl in der Ruhrstraße

Im Kunstjahr 2019 hat sich das Team des Mülheimer Künstlerbundes einiges vorgenommen, um den Kunstliebhabern in Mülheim monatlich ein abwechslungsreiches Kunstangebot zu bieten. Ermöglicht und gefördert wird dies durch den Mülheimer Kunstverein und Kunstförderverein Rhein-Ruhr (KKRR), der im Gebäudekomplex in der Ruhrstraße Künstlern aller Altersgruppen auch Atelierräume und Projekträume zur Verfügung stellt.

Probehängung in der Ausstellung von Dörthe Speetzen (ab 18. August 2019 bis 31. August 2019) (Foto Mülheimer Kunstverein KKRR)

Das Jahresprogramm kann im Internet abgerufen werden – hier ist der Link:

Weitere Informationen über die Ruhrgalerie auch auf Wikipedia – hier ist der Link:

Einladungskarte von Dörthe Speetzen – Freunde und Gäste willkommen !

Gehirn und Kopf frei bekommen

22 einfache Tricks, um das Hirn zu entlasten und den Kopf freizubekommen

Wenn wir uns zu viele Gedanken machen und unsere Grübeleien uns den Alltag erschweren
und uns mit Zweifeln, Anspannung, Sorgen, Frustration, Kontrollzwängen und
Verpflichtungen erfüllen, ist es manchmal ziemlich schwierig, ihnen Einhalt zu gebieten.
Die Psychologin und Kunsttherapeutin Victoria Nazarevich erklärt, warum der Akt des
Malens oder Zeichnens uns mit unserem Inneren in Verbindung bringt und uns erlaubt, uns
unsere eigene Realität zu erschaffen und die Belastungen, die unser Kopf uns einredet, zu
vergessen – ohne Zwang, Verpflichtung oder Selbstverurteilung („Ich muss mich beruhigen“;
„Ich muss meine Art zu Sein oder zu Denken ändern“; „So kann ich nicht weitermachen“,
etc.).
Auch für Kinder ist diese therapeutische Herangehensweise an die Kunst geeignet.
Davon ausgehend, macht Victoria einige einfache Vorschläge, um den Kopf freizubekommen
und das psychisch-physisch-emotionale Gleichgewicht wiederzuerlangen:

o Wenn Du wütend bist, zeichne Striche.
o Wenn Dir etwas wehtut, schnitze etwas.
o Wenn Dir langweilig ist, fülle ein Blatt Papier mit verschiedenen Farben.
o Wenn Du traurig bist, male einen Regenbogen.
o Wenn Du Angst hast, knüpfe oder sticke.
o Wenn Du Beklemmungen hast, fertige eine Puppe aus Stoffresten.
o Wenn Du müde bist, male Blumen.
o Wenn Du empört bist, zerreiße ein Blatt Papier in kleine Stücke.
o Wenn Du besorgt bist, praktiziere Origami.
o Wenn Du angespannt bist, zeichne verschiedene Muster.
o Wenn Du Dich an etwas erinnern musst, zeichne Labyrinthe.
o Wenn Du enttäuscht bist, fertige eine Kopie eines Bildes an.
o Wenn Du verzweifelt bist, zeichne Wege.
o Wenn Du etwas verstehen musst, zeichne Mandalas.
o Wenn Du Energie tanken musst, male Landschaften.
o Wenn Du Deine eigenen Gefühle verstehen möchtest, fertige ein Selbstbildnis
an.
o Wenn es Dir wichtig ist, Dir Deines eigenen Zustandes bewusst zu werden,
male Farbkleckse.
o Wenn Du Deine Gedanken ordnen möchtest, zeichne Kästchen oder Quadrate.
o Wenn Du Deine Wünsche verstehen möchtest, fertige eine Collage an.
o Wenn Du Deine Gedanken sammeln möchtest, male Punkte.
o Wenn Du eine optimale Lösung für ein Problem finden möchtest, male Wellen
und Kreise.
o Wenn Du Dich festgefahren fühlst und weiterkommen möchtest, zeichne
Spiralen.

Text übersetzt aus dem Spanischen von Susanne Franz

TRAUMHAFTE GELEGENHEIT IN MÜLHEIM – HOCHKLASSIGE KUNST AUS NACHLASS ZU ERWERBEN

EIN LEBENSWERK:
MALEREI VON EVA HEMMERLEIN-RICHTER
IN DER RUHR GALLERY MÜLHEIM


Vom 3. bis 10. Juli widmet sich die RUHR GALLERY dem Lebenswerk einer ungewöhnlichen Künstlerin: Die gebürtige Pforzheimerin Eva (auch Eve) Hemmerlein-Richter (1914-2001) war Goldschmiedin und Schmuckdesignerin, zeichnete Dias fürs Kino und brillierte nach dem Krieg als Stoffmalerin im Atelier „Südreklame“. Zu jeder Zeit ihres Lebens gehörte ihr Herz jedoch der Aquarellmalerei.

EINE GUTE GELEGENHEIT ZUM KUNSTKAUF

facebook-Werbung für die Benefiz-Ausstellung in der Kunststadt Mülheim

Erstmals präsentiert Rose Borchert, Tochter der Künstlerin, nun einen Einblick in das rund 1.000 Arbeiten umfassende Gesamtwerk von Eva Hemmerlein-Richter – und in rund 70 Jahre kreatives Schaffen der Künstlerin. Ein Teil des Erlöses der Verkaufsausstellung geht als Spende an das Frauenhaus Mülheim an der Ruhr. Die Tochter der Künstlerin verkauft in eigenem Namen und auf eigene Rechnung aus ihrer privaten Sammlung.

Die Vernissage findet am 2. Juli um 18 Uhr statt; die Familie der Künstlerin ist anwesend. Eintritt und Parken frei.

Rund 100 Arbeiten hat Rose Borchert für die Ausstellung in der Ruhr Gallery zusammengestellt. Farbgewaltige, fließende Werke, die einen intensiven Rückblick auf ein kreatives Leben gewähren, das geprägt war von enormer Offenheit und Begeisterungsfähigkeit – für unterschiedliche Stile ebenso wie für unterschiedliche Themen.

Mal grafisch streng, mal voller Leichtigkeit, mal provokant: Die Arbeiten von Hemmerlein-Richter lassen sich nicht ohne weiteres „auf Linie“ bringen – und wollen es auch gar nicht. Die einstige Schülerin von Bert Joho, Adolf Sautter, Adolf Hildenbrand, Theo Sand, Helmut Meyer-Weingarten und Hildegard Burhenne spielt mit Themen ebenso wie Techniken und lässt in ihre Aquarellarbeiten immer wieder auch Erfahrungen aus ihrem Berufsleben als Schmuckdesignerin und Zeichnerin einfließen.


Vielseitige Künstlerin


In ihren Werken finden sich Anspielungen auf Märchen ebenso wie religiöse Bezüge. Doch auch diese werden weltoffen und frei umgesetzt, denn auf eine bestimmte Weltanschauung oder religiöse Ausrichtung legte sich die Künstlerin im Leben und in ihren Bildern zu keiner Zeit fest. Zugleich sind es darüber hinaus immer wieder Gesichter, der Mensch selbst, den Hemmerlein-Richter ins Zentrum der Betrachtung und ihrer künstlerischen Arbeit rückt. Ein Fokus, der sich auch in ihrem ehrenamtlichen Engagement widerspiegelt: 1980 gründete sie eine kunsttherapeutische Gruppe für psychisch kranke Menschen und begleitete diese gut zwei Jahrzehnte als Leiterin.

Rose Borchert mit einem Selbstbildnis von Eva Hemmerlein-Richter in der RUHR GALLERY MÜLHEIM

Zu Lebzeiten hat Eva Hemmerlein-Richter, die 1981 mit der Goldmedaille des Europäischen Kulturkreises Baden-Baden ausgezeichnet wurde, unter anderem in Karlsruhe, Paris und St. Petersburg ausgestellt. Einzelwerke wurden vom Landesmuseum Karlsruhe angekauft.

In Mülheim an der Ruhr sind ihre Arbeiten erstmals zu sehen; zugleich war die Spannbreite der gezeigten Werke bislang noch nie so umfassend wie in der von Rose Borchert konzipierten Verkaufsausstellung. Dass ein Teil des Erlöses – zehn Prozent von jedem verkauften Gemälde –­ als Spende an das Frauenhaus in Mülheim an der Ruhr gehen soll, ist ihr dabei ein besonderes Anliegen: „Meine Mutter hat sich in ihren Bildern schon früh mit der Rolle der Frau in der Gesellschaft auseinandergesetzt und hat dieses Thema bis zu ihrem Tod immer wieder aufgegriffen. Dass ihre Werke nun vielleicht dazu beitragen können, Frauen in schwierigen Lebenssituationen zu unterstützen, hätte ihr gefallen und wäre ganz in ihrem Sinne gewesen.“

Christine Lehmann (li.) vor ihrer Kalligraphie und Rose Borchert (re.) mit „PICASSO-Bildnis“ von Eva Hemmerlein-Richter

Hier mit freundlicher Genehmigung der Autorin die Laudatio zur Vernissage
LAUDATIO
Ich freue mich, dass Sie alle Interesse an den Gemälden meiner Mutter haben und möchte Ihnen des Wesen meiner Mutter und ihr Werk näher bringen.
Ich bin Lilie Hemmerlein, das 5. Kind von den 6 Kindern meiner Mutter, 3 Mädchen, 3 Jungs.
Involviert wie ich bin, fällt es mir nicht leicht, einen gewissen Abstand zu wahren, der es ermöglicht von meiner Mutter, der Künstlerin Eva Hemmerlein-Richter zu berichten. Deshalb subjektive Worte und meine persönlich gefärbte Sichtweise auf das Leben und die Gemälde meiner Mutter.
Meine Mutter hat uns liebevoll, autoritär und auch mit körperlichen Strafen „erzogen“. Dass wir bei so einer großen Familie im Haushalt mithelfen mussten, war klar. Meine Mutter hatte eine solche Dominanz/Präsenz, dass sich einige Geschwister heute noch mit Themen aus der Kindheit auseinandersetzen und manche Ereignisse werfen lange Schatten.
Wenn man das Werk meiner Mutter betrachtet, kann man eine grobe Kategorisierung der Gemälde meiner Mutter vornehmen:
Portraits und Stillleben
Ornamente und Schmuckdesign
Themen in Beziehung zum Baha’i-Glauben, was übergeht in den Themenkreis
Krisen, humanitäre Probleme, Umweltzerstörung, Gesellschaftskritik: Kriege, der Gegensatz von arm und reich und das daraus entstehende Elend
und dann Bilder der Inneren Schau/Meditationsbilder
Diese Sujets brachte sie in phantasievoller Weise zu Papier.
Meine Mutter hat eine Vielzahl von Bildern geschaffen, die meist farbenfrohen, ausdrucksstarke Bilder, gefallen mir sehr gut. Als Malstile finden sich Kubismus, Pop-Art, Ornamental, Mystik, Märchenhaft, Japanische Holzschnitt, Art brut und plakative Malerei. Meine Mutter ließ sich vom Zeitgeist und der Avantgarde der Künstler „ihrer Zeit“ inspirieren, blickte nach Frankreich zu den Kubisten, spielte mit verschiedenen Einflüssen ist jedoch psychologisch und ästhetisch immer ihrem eigenen Kompass gefolgt.
Im Laufe meines Lebens war unser Familientisch oft von im Entstehen begriffenen Gemälden belegt. Zu jedem Gemälde gab es eine Geschichte, jedes war eine Darstellung ihrer inneren Wahrnehmung, Ausdruck von Schönheit, einer Phantasie.
Mit ihrer Aufgeschlossenheit Neuem gegenüber, Ihrer geistigen Aufnahmefähigkeit und Flexibilität ließ sie ihren großbürgerlichen Hintergrund weit hinter sich zurück.
Meine Mutter war Künstlerin, ihre Gemälde zu vermarkten war eher nicht ihre Stärke. Trotzdem war es ihr immer ein Anliegen, dass ihre Bilder einer Öffentlichkeit zugänglich sein sollen, dass Gespräche angeregt und ein Meinungsaustausch stattfinden möge. Sie hatte verschiedene Einzelausstellungen in Karlsruhe so z. B. in der Künstlervereinigung GEDOK, dem Theater ‚Die Käuze‘, im Bahá’í-Zentrum, im Bundesverfassungsgericht sowie Gemeinschafts-ausstellungen in Petersburg, Russland und im Salon des Nations in Paris. Einige Gemälde meiner Mutter wurden von Privatpersonen, einige von der Stadt, dem Kulturamt der Stadt Karlsruhe erworben.
Meine Mutter hat – bis auf die Zeiten, in denen wir jung waren und sie sich viel um Haushalt, Geschäft und Kinder kümmerte – immer gemalt. Entsprechend viele Gemälde, über 800, hauptsächlich in Acryl aber auch Kohlezeichnungen oder Aquarellgemälde, hat sie geschaffen.
Ich finde es beachtlich, dass der gestalterische Ausdruck, diese nie versiegende Quelle der Kreativität das Leben meiner Mutter kontinuierlich begleitet hat. Ihrem Lebenslauf nachgezeichnet, dem Erkenntnisgewinn entsprechend, erschuf sie hier Bildwelten, erlebte und ordnete sie innere Wahrnehmungen, erforschte neue Räume. Die Malerei war ihr Ausdrucksmittel und entsprechend sind ihre Gemälde Spiegel ihrer Persönlichkeit. Sie braucht es als Ausdruck ihrer Selbst, als Akt der Verarbeitung und der Selbstreflektion. Ihre Bilder sind auch Formulierungen ihres Wunsches nach Schönheit, Harmonie und Weltfrieden.
Ihre Hinwendung zu Yoga und dem Erschließen der Meditation fand Ausdruck in oft kleinerformatigen Aquarellen, den Meditationsbildern.
Was mir in den Bildern meiner Mutter auffiel ist, dass sie keine Schatten malte. Sie schattierte schon mal, aber im Großen und Ganzen gab es keine Schatten, was auch mit ihrem Wesen zu tun hatte: Meine Mutter war vom Sternzeichen her Zwilling und wer sich mit Astrologie befasst, weiß um die Dualität des Zeichens: den hellen und den dunklen Zwilling – meine Mutter hat bei sich selbst nur den hellen sehen wollen, bei sich selbst im übertragenen Sinne nur schwer Schatten erkennen zu können und dies spiegelte sich in den Bildern wider. Auch wenn sie Themen, in denen sie die Umweltzerstörung aufgriff, wie z.B. ‚Das Band der Autobahn zerfrisst die Landschaft‘, sehen diese Bilder weder monsterhaft bedrohlich, sondern irgendwie wieder harmonisch aus.
Ich begleitete sie an einem Nachmittag in den 80er-Jahren zu der von ihr initiierten Gruppe ‚Malen mit Musik‘, die sie im Treffpunkt für psychisch Kranke ‚Club Pinguin‘ anbot. Nach geraumer Zeit wollte ich mich verabschieden. Lehnte mich zu ihr und wollte ihr dies unauffällig mitteilen, worauf sie mir sagte: Einen kleinen Moment, ich schalte mal mein Hörgerät wieder an. Ich mache das nämlich aus, wenn der eine oder andere so einen Blödsinn redet.
Auch hier ein Ausblenden von dem was nicht passte und gleichzeitig eine Beharrlichkeit weiterzumachen, immerhin hat sie den Workshop 18 Jahre lang geleitet.
Jedoch bat sie mich bei anderer Gelegenheit ihr neuestes Gemälde anzuschauen und ihr meine Meinung dazu zu sagen. Ich sah es – und es gefiel mir nicht. Geschmäcker ändern sich – manche Bilder, zu denen ich damals keinen Zugang fand, sprechen mich heute wegen ihrem guten Ausdruck oder der Farbkomposition an – egal, dieses Bild gefiel mir nicht und ich fragte sie: „Willst Du es wirklich wissen?“ „Ja!“ „Also, es gefällt mir nicht!“ Und sie dann mit Nachdruck und Zorn in der Stimme: „Wenn ich diese Bilder nicht male, kann ich die anderen auch nicht malen!“ Und das fand ich dann wieder sehr weise, dass sie verstanden hatte, dass man den einen Pol nicht unterdrücken kann, ohne dass der andere Pol leidet, das sie in der Kunst die Notwendigkeit des Zulassens auch des Triebhaften oder des Dunklen als Gegenpol des Harmonischen, Vergeistigten annehmen konnte. Das Negative will genauso ausgedrückt werden, wie das Positive – wir übernehmen „nur“ die Verantwortung dafür, wie wir es ausdrücken.
Meine Mutter war vielseitig interessiert, gesellschaftlich sensibel und fand ihren Platz in der Gesellschaft indem sie auf Umwelt- und soziale Themen in ihrem unmittelbaren Umfeld und in der Welt auf Ihre Art reagierte.
Wir lebten Mitte der 50er-Jahre in einer nach dem Krieg schnell erbauten Siedlung des sozialen Wohnungsbaus, in dem kinderreiche Familien wohnten. Schon in unserer Jugend gab es gelegentlich eine von meinen Eltern initiierte ‚Kinderstunde‘ und nachdem mein Vater gestorben war und die meisten von uns Kindern ausgezogen waren, widmete sich meine Mutter verstärkt den Kindern in unserer Siedlung, die von den Eltern zum Spielen auf die Straße geschickt wurden. Mittwochs durften die Kinder zu meiner Mutter kommen, dort wurde gemalt, Hausaufgaben gemacht und sich unterhalten, kleine und große Kümmernisse erzählt. Meine Mutter nannte die Kinder ihre SONNENSTRAHLEN und als ich mit ihr durch‘s Rintheimer Feld lief, riefen die Kinder „Frau Hemmerlein“ und nahmen sie bei der Hand oder lachten sie einfach an. Mutti begrüßte das Kind dann, fragte wie es ihnen gehe, erkundigte sich nach den Eltern oder Geschwistern. Es war ein Phänomen. Als der Raum im Wohnzimmer meiner Mutter nicht mehr ausreichte, besprach sie sich mit dem Pfarrer von St. Martin, einer nahegelegenen Kirche, und konnte die Kinderstunde dann in Räumen der Kirchengemeinde abhalten.
In den 50er-Jahren wurde meine Mutter Mitglied der Baháí-Gemeinde. Dieser Schritt, den Bahai-Glauben anzunehmen, den sie zusammen mit meinem Vater unternahm, beeinflusste ihr ganzes weiteres Leben. Sie war zutiefst von den Zielen des Bahá’í-Glaubens überzeugt, die da sind: Weltfrieden, Einheit der Menschheit, Gleichberechtigung aller Menschen. Diese Ziele strebte sie an und verteidigte sie in Gesprächen und Diskussionen. An diesen Zielen wurde die Welt gemessen.
Als von mir dankbar angenommenes Erbe hiervon haben sich alle ihre Kinder mit Religion und Spiritualität in vertiefter Weise befasst und in ihr Leben integriert.
Meine Mutter entwickelte sich im Lauf der Jahre immer mehr zur Exzentrikerin, die mit 60, 70, 80 Jahren jeden Morgen Yoga machte, in schwarzen Lederhosen und mit Lederhut unterwegs war, ob zum Oberbürgermeister mit einem besonderen Anliegen oder zum 19-Tage-Fest der Bahai-Religion.
Als meine Mutter im Alter von 87 Jahren starb, konnte sie auf ein langes und produktives Leben zurückschauen.
Sie malte bis eine Woche vor ihrem Tod.
Ich freue mich, dass die Ruhrgalerie zusammen mit meiner Schwester Rose die Möglichkeit geschaffen hat, einen konzentrierten Einblick in das Schaffen meiner Mutter der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ich danke dem Künstler, Galeristen und Leiter der Ruhrgalerie Alexander-Ivo-Franz, der sich auf diese spannende Sache eingelassen hat, eine ihm unbekannte Künstlerin vorzustellen. Dies ist eine Ehre und eine Freude für mich und unsere gesamte Familie.
Diese Ausstellung wäre ohne den unermüdlichen Einsatz meiner Schwester Rose, die sich in liebevoller Weise um alles kümmerte von der Bildauswahl und -hängung, Blumenschmuck, Getränke – einfach alles. Vielen Dank, Rose!
An dieser Stelle geht mein Dank auch an Frau Tanja Weimer, Journalistin Zeche Zollverein, Schacht 11, die die Pressemitteilung verfasste sowie besonderer Dank an den Künstler und Grafikdesigner Klaus Wiesel, der Layout der Flyer und Banner gestaltete und sein unterstützender Einsatz weit über den üblichen Rahmen hinaus.
Und großes Dankeschön auch an Isi vom Caterer Isi Baba, etlichen auch vom Ringlok-Schuppen bekannt, zu dessen kulinarischen Genüssen wir nach den Genüssen fürs Auge einladen. Und Danke auch an alle weiteren Helfer, die zum Gelingen der Ausstellung beitrugen.
Danke Minh für dein feines Klavierspiel!
Und jetzt lade ich Sie alle herzlich ein, mit uns eine Entdeckungsreise durch die gemalte Erlebniswelt von Eva Hemmerlein-Richter zu machen!
Danke!