Kulturort „Kunst & Geschichte Oberstraße 27“ ab 2021 „Atelier zwo 7“

Gute Nachrichten für den Kulturort Oberstraße 27

Im Jahr 2021 zogen drei Kunstschaffende in das frei gewordene Ladenlokal:

Iris Schnaitmann, Georg Overkamp und Michael Sommer stellen dort nun ihre Arbeiten aus, auch wird vor Ort produziert – der neue Name der Location lautet „Atelier zwo 7“ .

Hier sind die Links zu den Webseiten der Kunstschaffenden:

Iris Schnaitmann:

Georg Overkamp:

Michael Sommer

Rückblick

 

Ankündigung vom 24. Juli 2020 in fb – der Mülheimer Kunstverein und Kunstförderverein – KKRR hat Interesse die Initiatoren und das Ausstellungsformat zu unterstützen.

Kultur pur in den Räumen einer ehemaligen Bäckerei haben drei Freunde im Jahr 2017 Raum für Kunst und Geschichte von Mülheimern für Mülheimer geschaffen. Gerd Kampf, Dirk von Eicken und Bernd Simmerock haben sich in der Oberstraße 27 niedergelassen, um dort Kunst und Geschichte auszustellen.

Seither erfreut sich die Mülheimer Kunstszene über spannende Ausstellungen mit jungen Kunstschaffenden und die Historiker über die fundierten Ausstellungen zur Stadtgeschichte.

Aktuell: Ausstellung Mülheimer Künstler Paul Gehrmann

Die Veranstaltung im Januar 2020 zeigte Spannendes zur Geschichte des Stadtteils Mülheim – Speldorf.

Plakat der Ausstellung im Kulturort KUNST & GESCHICHTE OBERSTRASSE 27 MLHMRHR

Plakat „Suße Erinnerungen“ an Mülheims „Schokoladenseite“

Aus Unterlagen zur Ausstellung stammt der beiliegende Textauszug aus der WAZ:


„Liebe zum Detail prägt diese Schau, in der sich Originale mit Fotokopien abwechseln. „Ich habe von 1981 bis 1989 bei Wissoll gearbeitet, in der kaufmännischen Abteilung eine tolle Ausbildung bekommen“, stellt Dirk von Eicken gleich seine Nähe zu den Exponaten her. Bernd Simmerock kopierte aus alten Büchern oder im Internet ersteigerte Stücken: „Man kann viel bekommen. Die Preise sind jedoch oft überzogen.“ Beide fühlen sich der Mülheimer Geschichte verbunden. Sie möchten mit der Ausstellung Besuchern Erinnerungen aus dieser Stadt näherbringen.

Den Namen „Wissoll“ kennen fast alle alten Mülheimer. Der Schriftzug hat sich über Jahrzehnte vielen eingeprägt. „Wissoll“ steht für Wilhelm Schmitz-Scholl Schokoladen- und Zuckerwaren GmbH, dem Firmengründer der späteren Tengelmann-Handelsgesellschaft.

Süßwaren-Eigenmarke des heutigen Tengelmann-Konzerns
Wissoll war die Süßwaren-Eigenmarke des Konzerns. Zahlreiche Frauen in weißen Kitteln produzierten einst Schokolade, Pralinen, Bonbons, Eierlikör und Weingummi in den Hallen neben der Ulmenallee. „Dort gab es auch den Werkverkauf, wo sich Mitarbeiter und Nachbarn regelmäßig eindeckten“, erlebte von Eicken.

Wer erinnert sich nicht an Eckes Edelkirsch, Wissolls Antwort auf „Mon Cheri“. „Wissoll – trink Schokolade“ war eine andere Werbung. Wodka kam in Tankwagen zur süßen Veredelung an die Ulmenallee. „Wissoll Gorbatschow“, stand auf der Packung. Auch Schokoladenbohnen, gefüllt mit Weinbrand, waren sehr beliebt. Für festliche Anlässe gab es den „Vierklang“ oder größere Pralinensortimente.

Die Ausstellung in der Oberstraße 27 präsentiert Bilder und Bücher aus der Tegelmannzentrale in Broich, die Zeiten eines großen Familienbetriebes festhalten. „Alle Mitarbeiter wussten, was und wie es in anderen Abteilungen lief. Die Kaufleute mussten auch in der Produktion lernen und die Pralinenfrauen im Büro“, blickt Dirk von Eicken auf seine Zeit im Schokoladenduft zurück. Von seinem Vater hat er noch den Dienstausweis und den Namensanstecker. Auf Dunkelrotem Grund steht Wissoll in goldenen Buchstaben, darunter auf weißen Feld der Familienname – ein edles Erinnerungsstück.
Schokoladenkistenrennen nach dem Zweiten Weltkrieg
Große Lastwagen auf dem Hof an der Wissollstraße tragen den Schriftzug. „Da wusste gleich jeder, was drin war“, erklärt Bernd Simmerock. Er hat aus alten Jahrbüchern und Publikationen Anzeigen oder Artikel zur Firmengeschichte beigesteuert.
Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es Schokoladenkistenrennen. Start war oben auf der Reichspräsidentenstraße. Wer auf dem Lohscheid neben dem Altstadtfriedhof durchs Ziel sauste, erhielt zwei Tafeln Siegerschokolade. „Das war damals etwas Besonderes. Viele Kinder kannten gar keine Schokolade“, steht in einem Zeitungsartikel von 1950.
Krabbeltiere in Kakaosäcken
In einer Sammelmappe finden Besucher Nikoläuse, Weihnachtsmänner, Osterhasen, Engel und Zwerge verschiedener Formen und Größen. „Das ist der Produktkatalog von 1981“, erläutert Dirk von Eicken. Er hat sogar noch ein Original der Gussform – ein Jäger und Sammler.
Eine Schreibmaschine mit vergilbten Firmenbögen auf der Walze steht auf einem zweiten Tisch. Auf den Tasten liegt ein totes Insekt. „Die Sekretärinnen haben sich erschrocken und sind weggelaufen, wenn sie so ein Krabbeltier sahen. Die kamen in den Kakaosäcken aus Afrika in die Firma und haben sich, wo es warm war, verkrochen“, erinnert sich von Eicken.
Max Greger spielte zum 111-jährigen Firmenbestehen
Max Greger spielte mit seinem Orchester auf einem Fest zum 111-jährigen Firmenbestehen, zeigt ein Plakat. Taschentücher und T-Shirts mit dem Schokoladen-Schriftzug sind weitere Sammlerstücke.
Wer Schokolade, Weingummi oder Eierlikör aus der Wissoll-Produktion in der Ausstellung sucht, wird nichts finden. Das Verfallsdatum von 2003 ist längst überschritten. Aber Schokolade kann sich halten – vielleicht lagern in einigen Mülheimer Kellern noch Täfelchen und weitere Erinnerungen.“

WEITER ZUM AKTUELLEN PROGRAMM DER RUHR GALLERY MÜLHEIM hier: