Klaus Urbons wird Ruhrpreisträger 2017 in der Kunststadt Mülheim

"Der Künstler ist anwesend" von Klaus Urbons in einer Ausstellung im Museum Mülheim.

„Der Künstler ist anwesend“ von Klaus Urbons in einer Ausstellung im Museum Mülheim.

Gute Nachrichten in der Kunststadt Mülheim: Der Künstler und Leiter des Useums Klaus Urbon ist für den Ruhrpreis 2017 nominiert.

 

Meine Arbeit als Künstler bewegt sich zwischen zwei Polen, sagt Klaus Urbon über sich selbst: „Auf der einen Seite die reine Schaffenslust, spielerisch und leicht, die Eingebungen des Augenblicks aufgreifend. Auf der anderen Seite der Drang zu forschen, den Dingen und Mitteln die ich nutze – oder mit denen ich mich beschäftige, methodisch auf den Grund zu gehen.

Ein glücklicher Zufall: Nach dem Studium der visuellen Kommunikation, mit all seinen Übungen der grafischen und malerischen Techniken, deren Möglichkeiten und  Grenzen, traf ich auf ein Medium, das meine bildnerische Fantasie ebenso ansprach, wie meinen Drang zur Erkundung. Hier gab es Neuland zu entdecken.

Damals wie heute ein kaum beachteter Zweig der Lichtbildnerei, ermöglicht durch einen Büroautomaten! Wie die meisten Kunst-Medien lediglich für die täglichen Kommunikations- und Vervielfältigungsaufgaben erdacht. Man denke an Lithografie, Sofortbildfotografie oder Siebdruck. So alltäglich und so banal – aber trotzdem, was für ein Mittel: Der Bildgenerator. Das Echtzeitstudio. Die druckende Kamera.

Zum Ariadnefaden für die Entwicklung meiner Arbeit mit dem Kopierer wurden schließlich einige Sätze aus dem Maschinenmanifest Bruno Munaris: „Die Künstler müssen sich für die Maschinen interessieren, die romantischen Pinsel, die Leinwand, die Staffelei verlassen. Sie müssen anfangen, die mechanische Anatomie kennenzulernen, die mechanische Sprache, die Natur der Maschine zu verstehen. Sie müssen sie ablenken, indem sie sie in einer unregelmäßigen Weise funktionieren lassen. Sie müssen Kunstwerke mit den Maschinen selbst, mit deren eigenen Mitteln schaffen.“ (Maschinenmanifest, 1938, zit. in: Peter Stephan: Technologie und Bewußtsein. Ein Nachtrag zu Wassily Kandinski. In: David Galloway, Katalog zur „artware“)

Aber, nach fünf Jahren Kunst mit dem Kopierer war eine Pause nötig: Genug mit und gegen Maschinen gearbeitet. Genug davon, abhängig zu sein von einem Automaten.

Bildmitte: Klaus Urbons mit dem "Zauberstab" - in der Ausstellung von Peter Helmke

Bildmitte: Klaus Urbons mit dem „Zauberstab“ – in der Ausstellung von Peter Helmke im Makroscope in Mülheim

Also zurück zu den Wurzeln, zu Sonnenlicht und Farben. An der Algarveküste mit Fettstift auf die nackte Haut gezeichnet. Die südliche Sonne brannte Bilder in die blasse Haut: Elementare Kopie.

Später, poetische Bilder beim Studium Eders und Baiers Geschichte der Fotografie: Pater Kögels Kreuz, ein vergessenes Blatt farbigen Papiers in der Camera Obscura – das Ausbleichverfahren.

Die alten Lichtechtheitstests der Malerzeit hervorgeholt. Jetzt wurde das Gegenteil wichtig, sensible Pigmente gesucht. Die Sonne bringt sie an den Tag. Die helle Kammer.“

 

Über den Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft der Stadt Mülheim an der Ruhr (seit 1962) ca. 5.000,00 EUR

 

 

Der Preis ist als Ansporn zu besonderer Leistung gedacht und soll sowohl als Auszeichnung als auch zur Förderung hervorragend Begabter dienen.

Mit dem Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft sollen Künstler und Wissenschaftler ausgezeichnet und/oder gefördert werden. Der Preis kann ganz, ein- oder mehrfach geteilt vergeben werden. Mit der Zuerkennung des Preises kann der Betriebsausschuss Kulturbetrieb eine Förderungsempfehlung aussprechen. Diese Förderungsempfehlung soll Maßnahmen empfehlen, die ihn nachhaltig fördern (dies können sowohl Aufträge, Stipendien u. ä. als auch Hilfen bei der Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten sein).
Teilnahmebedingungen:
In erster Linie sollen mit dem Preis die in Mülheim ansässigen bzw. mit der Stadt durch Geburt oder längeren Aufenthalt eng verbundenen Künstler/-innen (Bildende Künstler/-innen, Musiker/-innen, Schauspieler/-innen usw.) und Wissenschaftler/-innen ausgezeichnet bzw. gefördert werden.
Der Preisträger soll durch Leben oder Werk mit Mülheim an der Ruhr verbunden sein.

Vergabe durch: Unabhängige Fachjury

Zusammensetzung:
Der Ruhrpreis wird durch den Betriebsausschuss Kulturbetrieb vergeben. Zur Vorbereitung der Vergabe wird von einem unabhängig Fachgremium eine Empfehlung ausgesprochen.

 

Titelfoto: Kunstwerk „DER MYTHOS LEBT“ von Klaus Urbons, Sammlung Galerie an der Ruhr, Ruhrstr. 3 in Mülheim

alexander

Galerieleitung GadR = Galerie an der Ruhr

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