Kunstszene Rhein / Ruhr in Bewegung – Impulse aus der Metropole Rhein – Ruhr

Kunstszene Rhein / Ruhr in Bewegung – Impulse aus der Metropole Rhein – Ruhr

Kunst im Westen Region Rhein – Ruhr

LINK ZU AKTUELLEN KUNST-VERANSTALTUNGEN IN MÜLHEIM – der Kunst-Kompass für die Kunststadt an der Ruhr

Ob beim Impulsvortrag im Düsseldorfer Landtag  (Titelbild: Galerist Ivo Franz aus der Kunststadt Mülheim an der Ruhr vor Werken des Mülheimer Künstlers Jürgen Heinrich Block), oder bei den vielen Diskussionsabenden der Reihe „Art Talk & Touch“  in der Mülheimer Galerie an der Ruhr – der Wandel in der Kunstszene Rhein – Ruhr ist eines der aktuellen Themen – nicht nur bei den Vernissagen der Ausstellungen im Kunstjahr 2014. Die hohen Investitionen im Rahmen der KULTURHAUPTSTADT RUHR 2010 sind ohne durchschlagenden Ansatz der Nachhaltigkeit verpufft. Die lokale Kunstszene hat daraus die Konsequenzen gezogen und stellt sich neu auf.

Gottfried Sello schreibt dazu in DIE ZEIT: „Das Industriegebiet an Rhein und Ruhr hat sich in den 50er und 60er Jahren als ein künstlerisches Ballungszentrum profiliert. Das ist unbestritten, durch Tatsachen zu belegen, man braucht keine irrationalen Faktoren, keinen genius loci, keine spezifischen Qualitäten des rheinischen Klimas (das nach Dieter Honisch, dem Initiator der „Szene Rhein-Ruhr“, „aus dem Zusammenprall von Weltoffenheit, Witz, grüblerischem Ernst und Bedächtigkeit“ resultiert) zu bemühen. Sondern es liegt einfach daran, daß sich in diesem Gebiet nach dem Kriege Künstler der verschiedensten Himmels- und Stilrichtungen niedergelassen haben, die sich dank progressiver Museen und Galerien kreativ entfalten konnten.“

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Es ist nicht alles Gold, was der Goldrahmen umschließt – die Kunstszene Rhein- Ruhr erfährt gerade eine radikale Umwälzung

Zentralisierung ist der falsche Weg – Vielfalt ist gefragt

Die Kunstszene lebt von der Motivation der vielen Kunstfreunde in den Gemeinden und Städten der Rhein-Ruhr-Region und alle Bemühungen das „Angebot“ produzenten – bzw. konsumentengerecht an die Frau oder den Mann zu bringen sind zum Scheitern verurteilt. So ist die Flucht in Wanderausstellungen, die ein uns dasselbe Thema nur in verschiedenen Lokalitäten zeigen nicht der geeignete Weg. Ein Kunstliebhaber fährt lieber an den jeweiligen Ort des Geschehens und scheut dabei auch nicht Zeit und Kosten. Die Idee alle Museen der Rhein – Ruhr – Region unter eine zentralistische Leitung zu stellen ist nicht neu – vor allem die Volksvertreter sollen glauben, dass damit Gelder eingespart zu könnnen – ein Trugschluss? Die „Vermarktung“ der Kunst-Museen liegt jetzt in den Händen der Event- und Tourismusmanager, die auf den „Zug Kunst“ aufspringen, um Geld in die maroden öffentlichen Kassen zu spülen. Da ist das neue Konzept „50 Positionen, 10 Museen, 1 Ausstellung“ schon eher wegweisend – sollten in diesem Zusammenhang auch Zukäufe bei den ausstellenden Künstlerinnen und Künstlern erfolgen.

Örtliche Künstler werden nicht mehr lokal gefördert. Sie suchen ihren Weg im Ausland.

Lebende Kunst – einst das Steckenpferd von Gönnern und Sammlern – führt ein Schattendasein in der Rhein – Ruhr Region. Zuletzt in der Kunststadt Mülheim gingen die Meldungen durch die Lokalpresse, dass Mitglieder des Kunstvereins und der Kunstförderer ältere lokale Künstlerinnen und Künstler nicht mehr im städtisch geführten Museum sehen wollen und lieber auswärtige Künstler – vermittelt über professionelle Künstleragenturen bei ihren Museums-Festen nach Gutsherrenart auftreten lassen:  „Kunst soll nur noch gefallen“?

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„Spiegelei“ aus der Werkreihe von Manfred Dahmen in der Galeirie an der Ruhr in der Kunststadt Mülheim mitten in der Metropole Rhein – Ruhr

Kein Wunder, dass sich die erfolgreichen Künstler der Rhein – Ruhr- Region lieber im Ausland präsentieren und dort für Furore sorgen. Da hilft auch die gelegentlich hierzulande gesprayte Baumgärtel-Banane nicht weiter.

Ankäufe durch öffentliche Museen bleiben weitgehend aus – die Kunstvereine verlieren ihr Profil. Sie müssen sich wieder auf ihre eigentliche Aufgabe „Vermittlung noch nicht etablierter Positionen zeitgenössischer Kunst“ besinnen und dürfen auch Autodidakten nicht außen vorlassen.

Privates Engagement ist der Ausweg – klare Vorgaben der Mäzene zugunsten „Lebender Künstler“ sind gefragt

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Kunstwerke sollen nicht in Depots verstauben – lieber aus dem Verkaufserlös wertvoller Werke Kunst lebender Künstler ankaufen und sich um nicht etablierte Positionen zeitgenössischer Kunst kümmern.

Es ist nicht damit getan, eine wertvolle Kunstsammlung schon zu Lebzeiten dem örtlichen Kunstmuseum zu vermachen. Vielfach landen die Werke im Depot und kommen viele Jahrzehnte nicht mehr zum Vorschein. Der persönliche Geschmack der oft langjährig angestellten Verantwortlichen in Museen oder Sammlungsverwaltungen kann sehr hemmende Auswirkungen haben. Hier sind Satzungen gefragt, die den Zeitgeist schnell und effizient erkennen und in Aktionen umsetzen. Es kann durchaus sinnvoll sein, wenn der Spender verfügt, dass sein „Nolde“ versteigert wird und vom Millionen-Erlös Werke lebender Künstlerinnen und Künstler  (jeden Alters) angekauft werden. Zwar wird die Förderung auf diese Weise zunächst in die Hände weniger Sekundärförderer verlegt, aber im Ergebnis steigt der Nutzen für die Kunstszene durch den Anreiz für die Lebenden Künstlerinnen und Künstler auf die Möglichkeit eines Verkaufs – im Ergebnis wird die Qualität verbessert und neue Ideen und Wege in der Kunst gefördert.

Link: Berühmte Autodidakten in der bildenden Kunst

Link: Eine Zusammenfassung der Ausstellung der Ruhrkunstmuseen RKM

Link: GEDOK A 46 e.V. Düsseldorf – Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstförderer

Link: KKRR – Sitz Kunststadt Mülheim an der Ruhr

 

 LINK ZU AKTUELLEN KUNST-VERANSTALTUNGEN IN MÜLHEIM – der Kunst-Kompass für die Kunststadt an der Ruhr

 

 

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