Kunst aus Nachlässen – was kann man selbst abklären?
Die Großmutter hat es immer in Ehren gehalten, das Kunstwerk ihres Großvaters, das dieser ebenso gehütet hat. Der Wert ist dabei aus den Augen geraten. Jetzt haben die Erben eine Aufgabe, denn warum sollte man es achtlos an den Sperrmüll stellen?

Eine erste Auswertung kann man z.B. via Bildersuche in Google machen – oder eine KI nutzen. Manchmal hat man sofort einen „Treffer“ – oft aber sind auch heute noch nicht alle Daten der Millionen Künstlerinnen und Künstler im Netz verfügbar.
UNSER TIPP – immer auf der Bildrückseite Informationen anbringen z.B. was ist über die Herkunft (Provenienz) des Werkes bekannt und – wenn man etwas recherchiert hat – dann das Ergebnis auf die Rückseite kleben!
Zusammenfassung zum o.g. Gemälde (für die Rückseite)
Öl auf dünner Hartholzplatte Maße ohne Rahmen: 32,5 × 24,5 cm Rahmen: reich verzierter Schmuckrahmen um 1890–1910, stilistisch passend zur Entstehungszeit.
Motiv: Ruhige Fluss‑ oder Teichlandschaft in spätherbstlicher Stimmung. Im Vordergrund ein einfacher Holz- bzw. Weidezaun, dahinter eine Wasserfläche, die das gedämpfte Licht eines bewölkten Himmels reflektiert. Hohe, unbelaubte Bäume rahmen die Szene ein. Atmosphärische, zurückhaltende Farbgebung, typisch für bürgerliche Landschaftsmalerei um 1900.

Signatur: „E. oder C. Brinck“ in einfacher Blockschrift. Der Maler ist nicht in Künstlerlexika nachweisbar und dürfte ein regionaler Amateur‑ oder Vereinsmaler gewesen sein. Datierung: 1902.
Zusatz: „GVE“ ebenfalls in roter Farbe, jedoch in deutlich abweichender, flüssiger Schreibschrift. Dies weist darauf hin, dass der Zusatz nicht gleichzeitig mit der Signatur entstanden ist. Möglich sind ein späterer Vereins‑ oder Inventarvermerk, eine nachträgliche Zuordnung oder eine spätere Ergänzung unbekannter Herkunft. Ein Hinweis auf ein Plagiat ist damit nicht belegt, aber auch nicht auszuschließen, ohne fachliche Untersuchung.
Hinweis: Diese Einschätzung basiert auf äußerer Analyse und Vergleichsdaten. Eine endgültige kunsthistorische oder forensische Bewertung sollte durch eine Expertin oder einen Experten erfolgen.
FAZIT
Also die laienhafte Bewertung / KI- unterstützt sagt: kein Sammlerstück, ca. 200 – 300 EUR könnte der Wert sein. Aber sicher ist nur ein Experte, z.B. im obigen Fall vielleicht aus Dänemark.

ZUM TAG DER DRUCKKUNST: Eine Radierung von Karl Julius Bernhard Mannfeld (* 6. März 1848 in Dresden; † 29. März 1925 in Frankfurt am Main) ca. 78 x 60 cm aus dem Jahr 1903
Hintergrund Kaiserdom Frankfurt am Main von der Sachsenhauser-Seite aus mit Statue von Karl dem Großen und dem Hahn „Brickegickel“ (symbolisiert Wachsamkeit – Kruzifix als letzter Blick für Hingerichtete, die hier ertränkt wurden – aber auch Markierung der tiefsten Stelle des Main)
aus dem Ständigen Sammlung PERMANENTA in der Villa Artis, Mülheim

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