Rückblick auf die Kulturhauptstadt Ruhr.2010 Warum der Mülheimer Kunstverein & Kunstförderverein Rhein-Ruhr – KKRR im Kulturhauptstadtjahr 2010 ins Leben gerufen wurde

Ruhrtalbrücke mit "Elefant im Porzellanladen !?" | Foto: Andreas Ingramm
Ruhrtalbrücke mit „Elefant im Porzellanladen !?“Foto: Andreas Ingramm

Ein Hintergrundbericht über Proteste, Kulturpolitik und eine zivilgesellschaftliche Neugründung

Mülheim an der Ruhr. – Als erstmals das Ruhrgebiet im Jahr 2010 unter dem Titel „RUHR.2010 – Kulturhauptstadt Europas“ international im Rampenlicht stand, erlebte die lokale Kunstszene in Mülheim eine paradoxe Situation. Während die Region sich als kulturell innovativ präsentierte, plante die Stadtverwaltung zeitgleich massive Einsparungen im Kulturbereich – darunter auch die Schließung bzw. Ausgliederung des Städtischen Kunstmuseums in der Alten Post.

Diskussion um die Schließung des Kunstmuseums Alte Post Mülheim im Jahr 2010 - Einsparung p.a. 1.000.000 EURO | Foto: Portal Mülheim (Auszug)
Diskussion um die Schließung des Kunstmuseums Alte Post Mülheim im Jahr 2010 – Einsparung p.a. 1.000.000 EURO Foto: Portal Mülheim (Auszug) 

Diese Pläne lösten breite Proteste aus, vor allem unter den Mülheimer Künstlerinnen und Künstlern, die den Verlust eines zentralen Ausstellungsortes und einer wichtigen kulturellen Institution befürchteten. Die Diskussionen fielen in eine Zeit, in der viele Kommunen des Ruhrgebiets unter enormem finanziellem Druck standen und Kultur häufig als „freiwillige Leistung“ zur Disposition geriet.

Gründung als Antwort auf drohenden Kulturabbau

Vor diesem Hintergrund entstand im Jahr 2010 die Idee, einen neuen unabhängigen, bürgerschaftlich getragenen Kunstverein zu gründen, der dauerhafte, nicht-kommunale Ausstellungsmöglichkeiten sichern sollte. Wie eine Quelle beschreibt, setzten Kunstinteressierte „während der Kulturhauptstadt RUHR.2010 die Idee um, den aktiven Kunstverein und Kunstförderverein KKRR zu gründen – mit einem vereinseigenen Kunsthaus“.

Logo des neu gegründeten Kunstvereins KKRR in der Ruhrtalstadt ülheim | Foto: Designer Klaus Wiesel
Logo des neu gegründeten Kunstvereins KKRR in der Ruhrtalstadt ülheim Foto: Designer Klaus Wiesel 

Die Initiative verstand sich als kulturelle Selbstermächtigung: Wenn die Stadt ihre Kunstinstitutionen nicht mehr zuverlässig schützen konnte, sollten Bürgerinnen und Bürger selbst Verantwortung übernehmen.

Beim Rundgang durch die ehemalige Kernstadt von Mülheim an der Ruhr am rechten Ruhrufer ( Delle / Ruhrstraße / Luisenstraße) leider im Krieg fast völlig zerstört). Wenige Häuser sind dort erhalten und stehen unter Denkmalschutz: Ensemble Ruhrstr. 3-9 und das CASINO-Gebäude Delle 57Foto: Mülheimer Kunstverein KKRR | Foto: Mülheimer Kunstverein KKRRBeim Rundgang durch die ehemalige Kernstadt von Mülheim an der Ruhr am rechten Ruhrufer ( Delle / Ruhrstraße / Luisenstraße) leider im Krieg fast völlig zerstört). Wenige Häuser sind dort erhalten und stehen unter Denkmalschutz: Ensemble Ruhrstr. 3-9 und das CASINO-Gebäude Delle 57Foto: Mülheimer Kunstverein KKRR Foto: Mülheimer Kunstverein KKRR 

Die Geburtsstunde des KKRR

Der Kunstverein und Kunstförderverein Rhein-Ruhr (KKRR) wurde nach umfassender Vorbereitungszeit schließlich gegründet, um:
• zeitgenössische Kunst unabhängig zu fördern,
• kostenfreie oder kostengünstige Ausstellungsflächen bereitzustellen,
• regionale und überregionale Künstler zu vernetzen,
• und ein eigenes Kunsthaus zu betreiben, das später in der VILLA ARTIS und der RUHRKUNSTHALLE konkrete Form annahm.
Parallel begann der Aufbau des MMKM – Museum Moderne Kunst Mülheim, das ebenfalls „im Zuge der Kulturhauptstadt RUHR.2010 gegründet“ wurde.

Villa Artis, Sitz des Mülheimer Kunstvereins KKRR in der Ruhrstr. 3 / Ecke Delle 

ÖPNV: Stadtmitte-MH
NAVI:   "Delle 54" | Foto: Andreas Ingramm
Villa Artis, Sitz des Mülheimer Kunstvereins KKRR in der Ruhrstr. 3 / Ecke DelleÖPNV: Stadtmitte-MH
NAVI: „Delle 54“ Foto: Andreas Ingramm

Proteste als Katalysator

Die damaligen Sparpläne rund um das Kunstmuseum in der Alten Post wirkten wie ein Brandbeschleuniger. Viele Kulturschaffende sahen darin ein Symbol für eine Kulturpolitik, die Kunst als verzichtbar betrachtete. Noch heute sind auf der Webseite der Stadt Mülheim die Leserbriefe zu lesen – hier der LINK. 

Der KKRR positionierte sich dagegen als dauerhafte, pluralistische Alternative, getragen von Engagement statt Etat.

Ein Modell mit Wirkung

Heute – viele Jahre und über 300 geförderte Ausstellungen später – zeigt sich, dass die Gründung des KKRR ein entscheidender Impuls für die Mülheimer Kunstlandschaft war. Was als Reaktion auf drohende Einsparungen begann, entwickelte sich zu einer stabilen, unabhängigen Kulturinstitution, die bis heute aktiv die Vielfalt der Kunst in der Region stärkt. In der über 6-jährigen Sanierungspause des Städtischen Kunstmuseums konnte der Verein zusätzlich zahlreiche neue Mitwirkende kunstinteressierte Menschen aus der Ruhrtalstadt Mülheim gewinnen.

Gruppenausstellung in der Stadt Mülheim an der Ruhr
"ELEFANT IM PORZELLANLADEN !?"
Vernissage 5. Juli 2026
Ausstellung bis 26. Juli 2026 - EINTRITT FREI !
 | Foto: Andreas Ingramm, MKB
Gruppenausstellung in der Stadt Mülheim an der Ruhr
„ELEFANT IM PORZELLANLADEN !?“
Vernissage 5. Juli 2026
Ausstellung bis 26. Juli 2026 – EINTRITT FREI ! Foto: Andreas Ingramm, MKB 

Das Kunstjahr 2026 (Jahr des Elefanten)ElefantenSkulptur im See  | Foto: Andreas IngrammElefantenSkulptur im See Foto: Andreas Ingramm 

Wie in den Vorjahren hat der Mülheimer Kunstverein KKRR ein Jahresthema gewählt. 2026 lautet es „Elefant im Porzellanladen !?“ mit wieder einem spannenden Programm, u.a. mit einer großen Gruppenausstellung, die am 5. Juli 2026 beginnt. Aktuell läuft noch der „OPEN CALL“, Künstlerinnen und Künstler aus der Metropolregion Rhein-Ruhr sind aufgerufen sich zu beteiligen (Malerei, Skulptur, Installationen, Fotografie… Bewerbungen bitte an Info@Kunststadt-MH.de oder per Post an
Villa Artis, Ruhrstraße 3 / Ecke Delle, 45468 Mülheim an der Ruhr – FON 0157 3629 5489).

"Elli", Cartapesta ca. 30 cm hoch Skulptur von Andreas Ingramm in der Sammlung "permanenta" | Foto: Hans Dempler
„Elli“, Cartapesta ca. 30 cm hoch Skulptur von Andreas Ingramm in der Sammlung „permanenta“ Foto: Hans Dempler 

#MLHMRHR #KunststadtMülheim #MetropolregionRheinRuhr #Mülheim #VillaArtis #ELEFANTimPorzellanladen

Der Kunstverein und Kunstförderverein Rhein-Ruhr (KKRR) ist mit dem MKB Mülheimer Künstler*innenbund ein beitragsfreier, gemeinnütziger Kunstverein mit Sitz in Mülheim an der Ruhr, der aus dem Aufbruch der Kulturhauptstadt RUHR.2010 hervorgegangen ist. Er versteht sich als offener Ort für zeitgenössische bildende Kunst, an dem Künstlerinnen, Kuratorinnen und Kunstfans unmittelbar miteinander in Kontakt kommen.
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In der VILLA ARTIS entwickelt der KKRR Ausstellungen, Projekte und diskursive Formate, die bewusst nah an den beteiligten Kunstschaffenden bleiben – von experimentellen Präsentationen bis zu museal konzipierten Shows. Durch die beitragsfreie Struktur und niederschwellige Zugänge lädt der Verein besonders auch ein neugieriges Publikum ein, das jenseits klassischer Museumsschwellen Kunst erleben möchte.
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Eigene EVENT- APP – KultApp für Mülheim
Der Verein hat 2012 eine APP für das Kunsterlebnis / Events in der Stadt Mülheim geschaffen – hier ist der Link zur KultAppMH.de

Das Besondere an der Verbindung zwischen dem KKRR (Mülheimer Kunstverein und Kunstförderverein Rhein-Ruhr) und dem MKB (Mülheimer Künstlerbund) liegt in ihrem unkonventionellen, freien Modell der Kunstförderung, das sich bewusst von klassischen, oft bürokratischen Kunst-Institutionen abhebt:
Radikale Barrierefreiheit: Im gemeinsamen Sitz, dem Kunsthaus Mülheim Stadtmitte, gibt es keine klassischen Hürden.
Kein Kuratierungszwang: Jeder kann ausstellen – vom studierten Profi bis zum begabten Autodidakten.
Keine Kosten: Ausstellungen sind für Besucher eintrittsfrei, und es werden keine Gebühren oder Provisionen von den Künstlern verlangt.
Privatwirtschaftliches Engagement: Die gesamte Struktur wird ohne öffentliche Gelder (Subventionen) durch bürgerschaftliches Engagement und private Initiative getragen.
„Museum neu definiert“: Unter diesem Motto nutzt die Verbindung historische Gebäude wie die Villa Artis (Ruhr Gallery), um lebendige Arbeitsorte (Ateliers) direkt mit Ausstellungsflächen zu verknüpfen.
Digitale Vernetzung: Mit Projekten wie der KultAppMH.de schaffen sie eine eigene digitale Infrastruktur, um die oft „versteckten“ Ateliers und freien Kunstakteure der Stadt für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen.
Gemeinschaftlicher Spirit: Die Grenze zwischen Förderern (KKRR) und Schaffenden (MKB) verschwimmt. Beide Gruppen bilden eine Einheit, um Mülheim als „Kunststadt“ jenseits der offiziellen städtischen Museen zu profilieren.

Ruhrtalbrücke mit "Elefant im Porzellanladen !?" | Foto: Andreas Ingramm
ElefantenSkulptur im See  | Foto: Andreas Ingramm
Villa Artis, Sitz des Mülheimer Kunstvereins KKRR in der Ruhrstr. 3 / Ecke Delle 

ÖPNV: Stadtmitte-MH
NAVI:   "Delle 54" | Foto: Andreas Ingramm
Logo des neu gegründeten Kunstvereins KKRR in der Ruhrtalstadt ülheim | Foto: Designer Klaus Wiesel
"Elli", Cartapesta ca. 30 cm hoch Skulptur von Andreas Ingramm in der Sammlung "permanenta" | Foto: Hans Dempler
Gruppenausstellung in der Stadt Mülheim an der Ruhr
"ELEFANT IM PORZELLANLADEN !?"
Vernissage 5. Juli 2026
Ausstellung bis 26. Juli 2026 - EINTRITT FREI !
 | Foto: Andreas Ingramm, MKB

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KuMuMü = Kulturmuseum Mülheim GadR = Galerie an der Ruhr ALIV = Alexander Ivo MMKM = Museum Moderne Kunst Mülheim KKRR = Kunstverein und Kunstförderverein Rhein-Ruhr MKB = Mülheimer Künstler*innenbund