
Ein Hintergrundbericht über Proteste, Kulturpolitik und eine zivilgesellschaftliche Neugründung
Mülheim an der Ruhr. – Als erstmals das Ruhrgebiet im Jahr 2010 unter dem Titel „RUHR.2010 – Kulturhauptstadt Europas“ international im Rampenlicht stand, erlebte die lokale Kunstszene in Mülheim eine paradoxe Situation. Während die Region sich als kulturell innovativ präsentierte, plante die Stadtverwaltung zeitgleich massive Einsparungen im Kulturbereich – darunter auch die Schließung bzw. Ausgliederung des Städtischen Kunstmuseums in der Alten Post.

Diese Pläne lösten breite Proteste aus, vor allem unter den Mülheimer Künstlerinnen und Künstlern, die den Verlust eines zentralen Ausstellungsortes und einer wichtigen kulturellen Institution befürchteten. Die Diskussionen fielen in eine Zeit, in der viele Kommunen des Ruhrgebiets unter enormem finanziellem Druck standen und Kultur häufig als „freiwillige Leistung“ zur Disposition geriet.
Gründung als Antwort auf drohenden Kulturabbau
Vor diesem Hintergrund entstand im Jahr 2010 die Idee, einen neuen unabhängigen, bürgerschaftlich getragenen Kunstverein zu gründen, der dauerhafte, nicht-kommunale Ausstellungsmöglichkeiten sichern sollte. Wie eine Quelle beschreibt, setzten Kunstinteressierte „während der Kulturhauptstadt RUHR.2010 die Idee um, den aktiven Kunstverein und Kunstförderverein KKRR zu gründen – mit einem vereinseigenen Kunsthaus“.

Die Initiative verstand sich als kulturelle Selbstermächtigung: Wenn die Stadt ihre Kunstinstitutionen nicht mehr zuverlässig schützen konnte, sollten Bürgerinnen und Bürger selbst Verantwortung übernehmen.
Beim Rundgang durch die ehemalige Kernstadt von Mülheim an der Ruhr am rechten Ruhrufer ( Delle / Ruhrstraße / Luisenstraße) leider im Krieg fast völlig zerstört). Wenige Häuser sind dort erhalten und stehen unter Denkmalschutz: Ensemble Ruhrstr. 3-9 und das CASINO-Gebäude Delle 57Foto: Mülheimer Kunstverein KKRR Foto: Mülheimer Kunstverein KKRR
Die Geburtsstunde des KKRR
Der Kunstverein und Kunstförderverein Rhein-Ruhr (KKRR) wurde nach umfassender Vorbereitungszeit schließlich gegründet, um:
• zeitgenössische Kunst unabhängig zu fördern,
• kostenfreie oder kostengünstige Ausstellungsflächen bereitzustellen,
• regionale und überregionale Künstler zu vernetzen,
• und ein eigenes Kunsthaus zu betreiben, das später in der VILLA ARTIS und der RUHRKUNSTHALLE konkrete Form annahm.
Parallel begann der Aufbau des MMKM – Museum Moderne Kunst Mülheim, das ebenfalls „im Zuge der Kulturhauptstadt RUHR.2010 gegründet“ wurde.

NAVI: „Delle 54“ Foto: Andreas Ingramm
Proteste als Katalysator
Die damaligen Sparpläne rund um das Kunstmuseum in der Alten Post wirkten wie ein Brandbeschleuniger. Viele Kulturschaffende sahen darin ein Symbol für eine Kulturpolitik, die Kunst als verzichtbar betrachtete. Noch heute sind auf der Webseite der Stadt Mülheim die Leserbriefe zu lesen – hier der LINK.
Der KKRR positionierte sich dagegen als dauerhafte, pluralistische Alternative, getragen von Engagement statt Etat.
Ein Modell mit Wirkung
Heute – viele Jahre und über 300 geförderte Ausstellungen später – zeigt sich, dass die Gründung des KKRR ein entscheidender Impuls für die Mülheimer Kunstlandschaft war. Was als Reaktion auf drohende Einsparungen begann, entwickelte sich zu einer stabilen, unabhängigen Kulturinstitution, die bis heute aktiv die Vielfalt der Kunst in der Region stärkt. In der über 6-jährigen Sanierungspause des Städtischen Kunstmuseums konnte der Verein zusätzlich zahlreiche neue Mitwirkende kunstinteressierte Menschen aus der Ruhrtalstadt Mülheim gewinnen.

„ELEFANT IM PORZELLANLADEN !?“
Vernissage 5. Juli 2026
Ausstellung bis 26. Juli 2026 – EINTRITT FREI ! Foto: Andreas Ingramm, MKB
Das Kunstjahr 2026 (Jahr des Elefanten)
ElefantenSkulptur im See Foto: Andreas Ingramm
Wie in den Vorjahren hat der Mülheimer Kunstverein KKRR ein Jahresthema gewählt. 2026 lautet es „Elefant im Porzellanladen !?“ mit wieder einem spannenden Programm, u.a. mit einer großen Gruppenausstellung, die am 5. Juli 2026 beginnt. Aktuell läuft noch der „OPEN CALL“, Künstlerinnen und Künstler aus der Metropolregion Rhein-Ruhr sind aufgerufen sich zu beteiligen (Malerei, Skulptur, Installationen, Fotografie… Bewerbungen bitte an Info@Kunststadt-MH.de oder per Post an
Villa Artis, Ruhrstraße 3 / Ecke Delle, 45468 Mülheim an der Ruhr – FON 0157 3629 5489).

#MLHMRHR #KunststadtMülheim #MetropolregionRheinRuhr #Mülheim #VillaArtis #ELEFANTimPorzellanladen
Eigene EVENT- APP – KultApp für Mülheim
Der Verein hat 2012 eine APP für das Kunsterlebnis / Events in der Stadt Mülheim geschaffen – hier ist der Link zur KultAppMH.de






