

Brügge im September 2025 – Mit der Eröffnung des neuen Kunstzentrums BRUSK hat die belgische Stadt Brügge ein kraftvolles Zeichen für zeitgenössische Kunst und partizipative Gestaltung gesetzt. Auch der Mülheimer Kunstverein und Kunstförderverein Rhein-Ruhr – KKRR war vor Ort vertreten und erlebte ein Wochenende, das Kunst, Technik und kollektive Erfahrung auf eindrucksvolle Weise miteinander verband.

Verpackungstape wird Raum: Die Installation von Numen/For Use
Im Zentrum der Eröffnung stand eine monumentale Tape-Art-Installation des international renommierten Künstlerkollektivs Numen/For Use. Mit nichts als transparentem Verpackungsband und viel räumlichem Gespür entstand eine riesige begehbare Struktur, die sich wie ein organisches Netz durch zwei Ausstellungssäle spannte. Besucher konnten hindurchkriechen, klettern und sich in der schimmernden Architektur verlieren.

Die Installation wurde vollständig vor Ort und von Hand gefertigt – ohne zusätzliche Klebstoffe oder tragende Konstruktionen. Die Stabilität entstand durch:
– Handelsübliches Polypropylenband, das durch Überlagerung haftet
– Spannung zwischen Fixpunkten, die ein tragfähiges Netz erzeugt
– Mehrschichtige Wickeltechnik, die Kräfte verteilt und elastisch trägt

Bildung trifft Kunst
Ein besonderes Merkmal des Projekts war die Zusammenarbeit mit Schüler:innen der Kunsthochschule VTI Brugge. Die Fachrichtungen „Fijnschilder“ und „Grafi Media“ waren aktiv am Aufbau beteiligt – eine praxisnahe Lernerfahrung, die Handwerk, Kommunikation und Sicherheitskompetenz miteinander verband. Für den Mülheimer Kunstverein war dies ein inspirierendes Beispiel für gelungene Bildungsintegration in künstlerische Prozesse.
Klang als Erweiterung
Am Abend wurde die Tape-Struktur durch eine eigens komponierte Klanginstallation des Brügger Komponisten Patrick Hamilton erweitert. Sein Werk „BRUSK, forms in motion“, ein Konzert für Klavier, Streicher und Sopran, wurde live aufgeführt – mit dem Sonare Collective und Sopranistin Christine Dalli. Die Musik verwob sich mit Licht und Bewegung und verwandelte die Installation in ein multisensorisches Erlebnis.
Über das Kollektiv: Numen/For Use
Numen/For Use wurde 1998 von Sven Jonke, Christoph Katzler und Nikola Radeljković gegründet. Das Kollektiv arbeitet an der Schnittstelle von Industriedesign, Szenografie und Konzeptkunst und ist bekannt für seine temporären, begehbaren Installationen aus Folien, Klebeband, Seil und Netz. Ihre Werke wurden bereits in Paris, Frankfurt, Madrid und Venedig gezeigt – stets ortsbezogen, improvisiert und interaktiv.

Ein Impuls zur Nachahmung in der Metropolregion Rhein-Ruhr
Logo der Metropolregion Rhein-Ruhr, gestaltet von Andreas Ingramm vom Mülheimer Künstlerbund Foto: Andreas Ingramm, MKB
Die Teilnahme des Mülheimer Kunstvereins KKRR an der BRUSK-Eröffnung war mehr als ein Besuch – sie war Teil eines Dialogs über die Zukunft von Kunst als Infrastruktur. Die Tape-Art-Installation zeigte, wie Raum durch kollektive Vorstellungskraft neu gedacht werden kann. BRUSK ist nicht nur ein Museum, sondern ein Labor für künstlerische Bewegung – ein Impuls, der auch in der Rhein-Ruhr-Region sicherlich Resonanz findet und zur Nachahmung anregt.
Über den Kunstverein und Kunstförderverein Rhein-Ruhr – KKRR
Logo des Kunstvereins und Kunstfördervereins Rhein-Ruhr – KKRR
Geschäftsstelle: Ruhrstr. 3 / Ecke Delle – 45468 Mülheim an der Ruhr in Nordthein-Westfalen Foto: Logogestaltung: Designer Klaus Wiesel
Zuhause und bestens vernetzt in der Metropolregion Rhein-Ruhr ist der im Rahmen der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 gegründete Verein in Mülheim an der Ruhr, Essen und in Bensberg bei Köln aktiv. Über 350 Museale Ausstellungen hat der Verein seither realisiert und über 100 Kunstfahrten ins In-und Ausland unternommen. Belohnt werden die Aktivitäten durch eine ständig wachsene Fan-Gemeinde, die aktiv an den Kunstprojekten des Vereins teilnimmt.






